"Gesundheit ist ein Zustand vollkommenen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht allein das Fehlen von Krankheit und Gebrechen.“ (WHO 1946)

So umfassend definierte die Weltgesundheitsorganisation WHO bereits im Jahr 1946 den Begriff Gesundheit - schon in Freiheit ein nur schwer erreichbarer Zustand. Für Insassen des Strafvollzuges ist dieses Ziel noch sehr viel weiter entfernt.

Bereits vor der Inhaftierung leiden viele Menschen an sozialen und psychischen Problemlagen, gehören zum sozialen Prekariat. Psychische Erkrankungen / seelische Störungen bedingen oftmals eine chronische Suchterkrankung, sowohl stoffgebunden als auch substanzunabhängig (z. B. Spielsucht). Der weit verbreitete Konsum gesundheitsgefährdender Substanzen wie Tabak und Alkohol bringt teilweise massive körperliche Belastungen mit sich. Infektionserkrankungen wie Hepatitis C- oder HIV-Infektionen und Tuberkulose sind bei Gefängnisinsassen sehr viel weiter verbreitet als in der sogenannten Allgemeinbevölkerung. Die Haftzeit selbst verstärkt soziale Problemlagen, Isolation kann zu Depression führen oder bestehende Depressionen verschlimmern.

In den Justizvollzugsanstalten tätige Berater*innen der externen Drogen- und AIDS-Hilfe-Einrichtungen der Stadt unterstützen Insass*innen bei ihrem Bestreben, Sucht- und / oder Infektionserkrankungen und die damit einhergehenden sozialen Probleme zu bewältigen.

Im regelmäßig tagenden Arbeitskreis Gesundheit und Sucht des LHS tauschen sich die Berater*innen über ihre Arbeit in den Justizvollzugsanstalten aus und bearbeiten Themen wie Optimierung der Verfahren zur Kostenübernahme, Gewährleistung des nahtlosen Krankenversicherungsschutzes nach Haftentlassung, Informationen über medizinische Therapien etc. Themenspezifisch werden Gäste eingeladen oder Kooperationspartner*innen aufgesucht.

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